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Hilfe, mein Baby hat Verstopfung seit der Beikosteinführung!

Verstopfung bei Babys – kein schönes Thema, aber auch darüber muss es einen Artikel geben, wie ich finde, denn das Thema betrifft sehr viele Eltern – ihr seid damit nicht allein. Und ich kann aus eigener Erfahrung berichten, wie hilflos man sich als Mutter fühlt, wenn das eigene Baby so sehr darunter leidet. Daher möchte ich versuchen euch im folgenden ein paar Tipps zu geben.

Verstopfung bei Babys durch die Einführung der Beikost ist leider nämlich gar nicht so selten. Das ganze Verdauungssystem muss schließlich erst lernen, sich auf die festere Nahrung umzustellen und sie zu verdauen.

Wie erkenne ich ob mein Baby überhaupt Verstopfung hat?

Macht euer Baby nicht jeden Tag die Windel voll, muss das nicht unbedingt ein Anzeichen von Verstopfung sein. Wichtig ist, wie sich euer Baby dabei fühlt: Ist es gut gelaunt und geht es ihm gesundheitlich gut, ist alles prima. Bei einer richtigen Verstopfung sind Babys hingegen oft gereizt und schlecht gelaunt, bis dann tatsächlich etwas in der Windel landet. Das Absetzen des Stuhlgangs erfolgt dann meistens unter Schmerzen, weinen und Unwohlsein. Der Stuhl ist sehr hart, klein und kugelförmig und kommt nur schwer bzw. trotz drücken gar nicht heraus.

Was kann ich gegen Verstopfung bei meinem Baby tun?

Gute und schlechte Lebensmittel bei Verstopfung

  • Auf “stopfende” Lebensmittel bei der Beikost verzichten: Bananen, Reis, geriebene, rohe Äpfel und die bei vielen so beliebten Karotten führen leider häufig zu Verstopfung.
  • Stuhlgangfördernde Lebensmittel für die Beikost verwenden: Birnen, Pflaumen, Zwetschgen, Aprikosen, Brokkoli, Blumenkohl, Zucchini und Fenchel können helfen den Stuhlgang bei Babys wieder in Schwung zu bringen. Gut geeignet ist zum Beispiel eine Nachspeise nach dem Mittagsbrei aus ein paar Löffeln Birnen-Pflaumenmus. Ihr könnt beispielsweise auch etwas Pflaumen- oder Birnensaft anstelle des häufig verwendeten Apfelsaftes für den Mittagsbrei verwenden oder einfach einen Schuss von dem Saft oder einen Löffel Pflaumenmus zusätzlich unter den Nachmittagsbrei rühren.
  • Gut geeignet ist auch eine eingeweichte Trockenpflaumen (ungeschwefelt), die einfach mit dem Einweichwasser unter den Babybrei (z.B. Nachmittagsbrei) püriert wird.

Ausreichende Flüssigkeitszufuhr, um Verstopfung bei Babys vorzubeugen

  • Achtet darauf, dass der Brei, den euer Baby isst, nicht zu fest ist, das ist häufig beim Nachmittags- oder Abendbrei der Fall, da die Getreideflocken stark aufquellen. Ist der Brei zu fest, könnt ihr einfach noch etwas Wasser unter den Brei rühren, um ihn flüssiger zu machen.
  • Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist wichtig: Ihr könnt einfach häufiger versuchen Mutter- oder Pre-Milch anzubieten oder auch zu den Mahlzeiten etwas zusätzliches Wasser anzubieten. Die Säuglingsmilch sollte hingegen nicht zusätzlich mit Wasser gestreckt werden. Weitere Tipps zum Thema “trinken” finden ihr hier.

Extratipp: Fett und Ballaststoffe

  • Achtet auf einen ausreichenden Fettgehalt beim Babybrei (1 EL Rapsöl für den Mittagsbrei und 1 TL Rapsöl für den Nachmittagsbrei) bzw. gebt einfach noch ein paar Tropfen Rapsöl extra dazu – das hilft, dass der Stuhlgang besser abgesetzt werden kann.
  • Nachtrag: Vielen Dank an meine Leserin Aljona, die noch einen weiteren Tipp gegen Verstopfung bei Babys gegeben hat, den ich noch nicht kannte, nämlich Distelöl: Distelöl wirkt nämlich ebenfalls verdauungsfördernd. Ihr könnt dazu einfach ein- bis zweimal Täglich 1 TL zur Beikost dazu geben.
  • Ballaststoffe sind hilfreiche für eine gute Verdauung. Bei Babys solltet ihr aber keinesfalls zusätzlich Kleie oder ähnliches unter den Babybrei rühren, das würde die Verdauung zu sehr belasten. Ich empfehle besser auf die Vollkornvarianten zurück zu greifen, diese liefern auch ausreichend Ballaststoffe. Statt normalem Grieß für den Abendbrei besser Vollkorngrieß verwenden, statt “weißen” Nudeln für den Mittagsbrei einfach mal Vollkornnudeln versuchen. Bitte achtet auch auch hier auf eine ausreichende Flüssigkeitzufuhr, sonst haben die Ballasstoffe nämlich gerade die entgegengesetzte Wirkung und “stopfen” zusätzlich, wenn sie nicht genügend Flüssigkeit zum Aufquellen bekommen.

Auf dem Wickeltisch: Bauchmassage und Radfahren helfen die Verstopfung zu lösen

  • Eine Bauchmassage mit etwas Babyöl kann hilfreich sein, um die Verstopfung zu lösen und das Bauchweh zu lindern. Zugleich wirkt sie schön entspannend. Die Massagerichtung sollte im Uhrzeigersinn sein (von euch aus gesehen) und kreisförmig verlaufen.
  • Radfahren auf der Wickelunterlage mit den Beinen eures Baby ist ebenfalls eine beliebte Methode, um den Darm in Schwung zu bringen.

ACHTUNG: Wenn all diese “Hausmittel” nicht helfen, bitte sucht unbedingt euren Kinderarzt auf. Er kann euer Baby untersuchen, euch weitere Tipps geben und für den absoluten Notfall sogar Glycerin-Zäpfchen verschreiben.

Habt ihr noch Tipps, die bei Verstopfung bei Babys helfen? Ich freue mich auf euren Kommentar!

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4 Kommentare

  • antworten
    Aljona
    21. Dezember 2016 at 10:06

    Distelöl hilft auch bei Verstopfung, regt den Verdauungstrakt an. Bei Babys, wie auch bei Großen?

    • antworten
      Natalie
      21. Dezember 2016 at 19:59

      Danke für den Hinweis!

    • antworten
      Jana
      16. Oktober 2017 at 21:52

      selbst gekochter Kümmeltee hilft Wunder. Bekommt mein Zwerg zwischendurch und auch die Milch mache ich damit, seitdem sind Verstopfung und Koliken Geschichte

  • antworten
    Carmen
    9. August 2018 at 17:05

    Kalter purer O-Saft oder Apfelsaft (nicht aus Konzentrat) helfen bei uns. Aber Vorsicht, denn bei Zuviel davon kann man Durchfall bekommen.

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