Beikosteinführung für Babys

Alle Eltern stehen irgendwann vor dem Punkt, an dem die Beikosteinführung bevorsteht. Es kommen viele Fragen zum Beikost Start auf. Und damit auch eine große Unsicherheit, schließlich wurde das Baby die ersten Monate entweder nur gestillt, oder hat Säuglingsanfangsnahrung bekommen.

Das Thema Beikost ist auf den ersten Blick wesentlich komplexer und kann zu Beginn sehr kompliziert wirken: Wann kann man mit der Beikosteinführung beginnen? Soll ich mich an einen Beikost Plan halten? Was ist als erster Babybrei für den Beikost Start geeignet und was nicht? Und wie kann man Babybrei schnell und einfach selber machen?

Ich möchte dir mit den Tipps zur Beikosteinführung auf dieser Seite zeigen, dass es nicht kompliziert sein muss. Und ich möchte dir hier vor allem auch Wissen vermitteln. Denn wenn du gut informiert bist, wirst du schnell merken, dass das Thema gar nicht so komplex ist. Auch Babybrei selber machen ist gar nicht schwierig und macht wirklich Spaß. Und vor allem, weißt du ganz genau, was ist deinem selbst gemachten Babybrei drin ist.

Was ist Beikost eigentlich?

Was bedeutet der Begriff „Beikost“ eigentlich? Ab sofort gibt es nur noch Babybrei und nie wieder Milch für dein Baby? Nein. Wie der Name schon sagt, handelt es sich um eine „Bei-Kost“. Und damit zunächst nur um einen Zusatz zur Milch: Die Mutter- oder Säuglingsmilch bleibt im kompletten ersten Lebensjahr weiterhin die Basisnahrung für dein Baby. Sie wird durch mehrere Breimahlzeiten oder auch „BLW“ (Baby Lead Weaning) ergänzt.

Ab wann darf mein Baby Babybrei essen?

Meine Erfahrungen in den letzten Jahren haben gezeigt, dass sich viele Eltern durch das familiäre Umfeld, („Jetzt muss er/sie aber langsam mal Brei essen!“) oder leider auch durch unqualifizierte Kinderärzte oder Hebammen (mit veraltetem Wissen) dazu gedrängt fühlen, sehr früh mit der Beikosteinführung zu starten.

Ein zu früher Beikost Start kann, wenn der Darm noch nicht reif genug dafür ist, sogar zu gesundheitlichen Spätfolgen wie etwa. Magen-Darm-Problemen oder Unverträglichkeiten führen. Es gibt leider auch sehr viele Mythen, die einen zu frühe Beikosteinführung begünstigen, wie z. B. die Aussagen, dass Beikost ein Baby länger satt macht oder das Durchschlafen fördert.

So viel bereits vorweg: Mutter- sowie Säuglingsmilch sind in ihrem Kaloriengehalt deutlich reichhaltiger als etwa Gemüsebrei. Und das Durchschlafen steht in keinem Zusammenhang mit der Beikost. Auch nicht mit der Anzahl der Mahlzeiten oder der Lebensmittel, die dein Baby bekommt.

Bitte höre also auf dein Bauchgefühl. Lass dich nicht von Dritten verunsichern oder drängen und achte vor allem auf die Reifezeichen deines Babys.

Die Beikostreifezeichen geben den Startschuss zur Beikosteinführung

Die Beikostreifezeichen allein liefern nämlich die Hinweise, ob dein Baby überhaupt schon bereit für Beikost ist. Als grober Anhaltspunkt dient das Alter des Babys: zwischen dem 5. und 7. Lebensmonat, also wenn es mindestens 4 Monate alt ist. Die meisten Babys sind im 5. Monat jedoch noch überhaupt nicht beikostreif, sondern eher rund um das Alter von 6 Monaten. Der Darm und die Verdauung sind in diesem Alter einfach noch nicht weit genug entwickelt. 

Schauen wir uns die Reifezeichen daher jetzt genauer an. Die UNICEF definiert die 3 Beikostreifezeichen wie folgt:

Beikostreifezeichen

 

  • Dein Baby kann die Bewegung Hand-Mund koordinieren: Also es sieht Nahrung, kann sie greifen und zum Mund führen. Das bloße Nachschauen, wenn du etwas isst, ist nicht ausreichend und hat nichts mit der Beikostreife zu tun.

  • Dein Baby kann mit deiner Hilfe (leichtes Stützen im unteren Rücken/Rumpf) für den Zeitraum des Essens relativ aufrecht sitzen, z. B. auf deinem Schoß (👉🏻Rumpfkontrolle). Bitte füttere dein Baby niemals im Liegen, wie beispielsweise in der Wippe. Es könnte sich so leicht verschlucken.

  • Dein Baby schiebt die Nahrung nicht mehr mit der Zunge aus dem Mund, der sogenannte Zungenstoßreflex ist verschwunden.

Die WHO empfiehlt übrigens die ersten 6 Monate voll zu stillen. Wie passt das aber jetzt zusammen? Überall liest man nur von “den 180 Tagen”. Nun, diese Zahl ist am einfachsten und sichersten für die Mehrheit der Babys zu kommunizieren. Denn von einer frühen Beikostgabe können nur wenig Kinder profitieren (z.B. bei Allergiegefährdung, bitte dann aber immer mit Kinderarzt und ggf. Allergologen absprechen). Ein zu früher Beikostbeginn kann hingegen schädlich für dein Baby sein, wenn etwa die Darmreife noch nicht erreicht ist. Diese Empfehlung bedeutet aber nicht, dass du zwingend 180 Tage warten MUSST und an Tag 181 beginnen kannst. Die Beikostreifezeichen sind entscheidend. 

Also, sobald dein Baby die Beikostreifezeichen erfüllt, kannst du mit der Beikost beginnen. Es ist dann nicht sinnvoll und auch nicht nachteilig für dein Baby noch weiter mit der Gabe von Beikost zu warten.

(Im Zweifel bitte mit deinem (qualifizierten) Kinderarzt, deiner Hebamme oder einer ausgebildeten Fachkraft für Säuglingsernährung sprechen, ob dein Baby schon reif für Beikost ist.)

Wichtig: Es kann sein, dass dein Baby schon viele oder alle dieser Beikostreifezeichen erfüllt, aber trotzdem noch keinen Babybrei essen möchte. Hier gilt: Weniger ist mehr – bitte dein Baby zu nichts „zwingen“ und einfach noch einmal eine Pause machen. Vielleicht klappt es ja in ein paar Tagen schon besser. Bis dahin ist dein Baby mit der Mutter- oder Säuglingsmilch bestens versorgt…

Du willst Babybrei schnell und einfach selber machen?

Beikosteinführung Schritt-für-Schritt: Wann ist mein Baby bereit für Babybrei und wie fange ich am besten an? Große Lebensmittelkunde: Welches Gemüse, Obst, Fleisch,  Fisch, Getreide usw. ist geeignet. Zusätzlich enthält das eBook über 70 Rezepte für Babybrei.

eBook Babybrei Titelbild
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Der Beikostplan: ein Leitfaden und kein strikter Plan

Der sogenannte Beikostplan zeigt dir die empfohlene Reihenfolge der Beikost auf, sowie ab welchem Alter welcher Babybrei geeignet ist.

Der Beikostplan ist in letzter Zeit häufiger in die Kritik geraten, er sei zu starr, unflexibel und einfach veraltet. Ich möchte dem Beikostplan trotzdem hier seinen Platz lassen. Ich weiß aus meiner langjährigen Erfahrung, dass er für viele Eltern hilfreich sein kann. Er ermöglicht es, sich einen ersten Überblick über die verschiedenen Mahlzeiten zu verschaffen.

Ich persönlich sehe den Beikostplan als eine Empfehlung und einen möglichen Weg, wie man Beikost einführen kann. Wenn dein Baby mehr Zeit für die Einführung eines neuen Breis benötigt oder älter ist, also auf dem Plan zu sehen, dann ist das keineswegs „schlimm“, sondern normal, ebenso wie Abweichungen von dem Plan. Gib deinem Baby einfach die Zeit, die es braucht. Fixiere dich nicht zu sehr auf die Angaben des Beikostplans.

Wie auf der Grafik für den Beikostplan zu sehen ist, wird folgende Vorgehensweise bei der Beikosteinführung empfohlen:

  • Ab dem 5. Monat: Start mit der Beikosteinführung und dem ersten Babybrei möglich unter Beachtung der Beikostreifezeichen. Der erste Babybrei ist ein Mittagsbrei aus Gemüse, Kartoffel und Fleisch oder vegetarisch mit Getreideflocken.
  • Ab dem 6. Monat: Abendbrei aus Milch und Getreideflocken (=Milch-Getreidebrei).
  • Ab dem 7. Monat: Nachmittagsbrei aus Getreide und Obst (=Getreide-Obstbrei).
Beikostplan

Ab einem Alter von 9-10 Monaten kannst du dann langsam mit dem Übergang zum Familientisch starten. Auch hier gilt: Manche Babys sind früher dazu bereit, andere später. Mehr möchte ich an der Stelle jedoch gar nicht zum Thema „Familientisch“ erwähnen. Dies ist ein anderes, separates und spannendes Kapitel in der Entwicklung deines Babys. Hilfreiche Tipps und Infos dazu findest du in meinen weiteren eBooks.

Ergänzend zum Babybrei ist die parallele Gabe von Fingerfood sehr wichtig. Zum einen für die motorische, aber auch für die sprachliche Entwicklung deines Babys. Fingerfood wird in dem klassischen Beikostplan gar nicht berücksichtigt bzw. erst sehr spät bei den Zwischenmahlzeiten im 11. Monat. Dein Baby sollte jedoch bereits Fingerfood angeboten bekommen ab dem Zeitpunkt, ab dem es die Reifezeichen dafür erfüllt. Mehr dazu erfährst du im Blogartikel „Fingerfood“.

Hinweis: Bei dem Beikostplan handelt es sich wie bereits erwähnt nur um „Empfehlungen“, wie man die Beikost einführen kann. Jedes Kind is(s)t anders und dieser Plan ist kein „Muss“!

Beikosteinführung Schritt 1: Der Mittagsbrei (ab dem 5. Monat bzw. ab Beikostreife)

Gemüsebrei Baby selber machen

Am wichtigsten ist es, dass du dir als Mutter oder Vater genug Zeit für die Beikosteinführung nimmst. Diese Zeit solltest du auch deinem Baby geben, denn aller Anfang ist schwer. Das Essen mit dem Löffel ist völlig neu und muss erst gelernt werden. Gleichzeitig kommt eine neue Konsistenz und ein neuer Geschmack hinzu. Dein Baby kennt bisher nur die flüssige Milch, die es nicht mit der Zunge im Mund nach hinten transportieren musste.

Mein Tipp für einen entspannten Beikost Start: Steht in einer Woche der große Familienurlaub bevor, solltest du überlegen, die Beikosteinführung noch einmal zu verschieben, um dir und deinem Baby genug Ruhe dafür zu gönnen.

In der Regel wird laut Beikostplan mit dem Mittagsbrei als erster Babybrei gestartet. Er liefert nämliches wichtiges Eisen (aus dem Fleisch bzw. Getreide) für dein Baby:

1. Woche der Beikosteinführung: Gemüsebrei pur

Zu Beginn ist ein reiner Gemüsebrei, z. B. aus Karotten, Kürbis, Süßkartoffel, Zucchini oder Pastinaken ideal. Hier findest du das Rezept für Gemüsebrei für Babys und hier Tipps zum Einfrieren von Babybrei.

Für den Anfang reicht eine Breimenge von zwei bis drei Babylöffel zum Kennenlernen völlig aus, der restliche Hunger wird weiter durch Muttermilch oder Säuglingsmilch gestillt. Steigere die Menge an Babybrei nur ganz langsam, um dein Baby nicht zu überfordern und vor allem den Darm nicht zu überlasten.

2. Woche der Beikosteinführung: Gemüse-Kartoffelbrei

Verträgt dein Baby den reinen Gemüsebrei gut, kannst du nach etwa einer Woche beginnen, Kartoffeln und etwas Rapsöl unter den Gemüsebrei zu mischen: Hier findest du das Rezept für den Gemüse-Kartoffel-Brei.

3. Woche der Beikosteinführung: Gemüse-Kartoffel-Fleischbrei oder Gemüse-Kartoffel-Getreidebrei

Nach einer weiteren Woche kannst du das komplette „Mittagsmenü“ aus Gemüse, Kartoffeln und Fleisch oder Getreide einführen. Das Grundrezept für den Gemüse-Kartoffel-Fleischbrei sowie den vegetarischen Mittagsbrei und weitere Tipps und Hinweise gibt es hier.

Die meisten Eltern beginnen zuerst mit der Einführung des Mittagsbreis mit Fleisch, aber du kannst natürlich auch mit der vegetarischen Variante starten. Wenn deinem Baby dann nach zwei bis drei Tagen der Brei mit Fleisch gut bekommt, dann kannst du im nächsten Schritt den vegetarischen Mittagsbrei mit Getreide einführen oder umgekehrt. Und nach weiteren zwei bis drei Tagen den Mittagsbrei mit Fisch.

Fruchtsaft im Mittagsbrei

Als neue, weitere Zutat im Mittagsbrei kommt nun auch noch der Fruchtsaft hinzu (100 % Direktsaft), der die Eisenaufnahme verbessert. Alternativ dazu kannst du deinem Baby auch Vitamin C-reiches Obstmus (ohne Zuckerzusatz) oder frisches Obst als Nachspeise geben. Dann musst du ggf. etwas mehr Wasser zum Brei geben, da die Flüssigkeitsmenge des Saftes bei der Zubereitung in diesem Fall dann natürlich fehlt.

Beikosteinführung – wie oft das Gemüse wechseln?

Bisher lautete meine Empfehlung, die Babybreie für die Beikosteinführung immer mit dem gleichen Gemüse zuzubereiten, damit sich dein Baby besser daran gewöhnen kann. Neuste Erkenntnisse der Allergieprävention legen nun jedoch nahe, möglichst rasch eine große Vielzahl an Lebensmitteln einzuführen. Daher übernehme ich diese Empfehlung und empfehle dir, die geeigneten Gemüsesorten für die Beikosteinführung im Abstand von 1 bis 2 Tagen zu variieren.

Natürlich kannst du, wenn du möchtest, aber auch bei der Methode bleiben, bei der du über die gesamte Beikosteinführung bei einer Gemüsesorte bleibst.

Nach diesen ersten drei Wochen der Beikosteinführung kannst du dann auch weitere neue Gemüsesorten ausprobieren. Einige Rezeptideen gibt es auf der Rezeptseite für Mittagsbrei oder auch in meinem eBook „Babybrei selber machen„.

Beikosteinführung Schritt 2: der Abendbrei oder auch Milch-Getreidebrei (ab dem 6. Monat)

selbstgemachter Schoko Abendbrei Baby

Der Mittagsbrei aus Gemüse-Kartoffel-Fleisch bzw. Getreide sollte etwa vier Wochen von deinem Baby gegessen werden, bevor du mit dem nächsten Schritt der Beikosteinführung weiter machst und mit dem Abendbrei startest.

Der Abendbrei besteht aus Vollmilch, Getreide und nur ganz wenig Obst, er soll bewusst nicht zu süß sein. Die genaue Zubereitung findest du hier: Grundrezept Abendbrei für Babys.

Wenn du für den Abendbrei auf Kuhmilch verzichten möchtest, kannst auch Pre-Milch, Muttermilch oder pflanzliche Milchdrinks für den Abendbrei verwenden.

Beikosteinführung Schritt 3: der Nachmittagsbrei oder auch Getreide-Obstbrei (ab dem 7. Monat)

Babybrei Erdbeer Pfirsich
Nach weiteren vier Wochen wird dann als letzter Brei in der Beikosteinführung der Getreide-Obstbrei am Nachmittag eingeführt. Er besteht aus Getreideflocken, Wasser, Obst und etwas Rapsöl. Das Rezept für den Nachmittagsbrei sowie weitere Ideen für mehr Abwechslung gibt es auf der Rezeptseite für Nachmittags-Babybrei oder auch in meinem eBook „Babybrei selber machen„.

Soll mein Baby mit der Beikosteinführung nun zusätzlich etwas zu trinken bekommen?

Für diese Frage empfehle ich dir den ausführlichen Blogartikel zum Thema „Welches und wie viel Wasser sollte mein Baby trinken?

Häufige Fragen zur Beikosteinführung

Die wichtigsten und am häufigsten gestellten Fragen zu Inhaltsstoffe, der Zubereitung und auch Aufbewahrung von selbst gemachtem Babybrei gibt es hier für dich noch einmal zusammen gefasst.

Mein eBook: Babybrei selber machen

Ausführliche Infos zur Beikosteinführung, sowie viele Tipps rund um das Thema Babybrei findest du auch in meinem eBook „Babybrei selber machen“.

Hast du noch weitere Fragen zum Thema „Beikost einführen“? Bitte hinterlasst einfach einen Kommentar auf dieser Seite.

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eBook Babybrei Titelbild
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