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Die 6 häufigsten “Fehler” bei der Zubereitung von Babybrei

fehler zubereitung

Wie ihr vielleicht wisst, ist vor einiger Zeit mein eBook zum Thema “Babybrei”* erschienen, in dem es nicht nur Rezepte, sondern auch praktische Tipps für die Zubereitung von Babybrei gibt. Diese Tipps und Hinweise sind mir sehr wichtig, denn um leckeren und gesunden Babybrei selber zu machen, kommt es nicht nur auf gute Zutaten an, sondern vor allem auch auf die richtige Zubereitung.

Daher möchte ich euch im Folgenden die aus meiner Sicht häufigsten “Fehler” bei der Zubereitung von Babybrei aufzeigen. Gerne ergänze ich den Artikel um weitere Tipps und Hinweise von euch!

Zu große Gemüsestücke

Häufig wird das Gemüse für die Zubereitung von Babybrei zu grob geschnitten. Damit verlängert sich die Kochzeit für das Gemüse und es gehen wichtige Nährstoffe verloren. Kleinere Gemüsestücke von etwa 2-3 cm lassen sich außerdem viel besser pürieren.

Das Kochwasser wird nicht mitverwendet

Das Kochwasser solltet ihr unbedingt mitpürieren, denn es enthält zum einen die Nährstoffe aus dem Gemüse, wie beispielsweise wasserlösliche Vitamine, und zum anderen auch den ganzen Geschmack der Zutaten, die ihr darin gekocht habt. Bitte schüttet es daher nicht weg, sondern verwendet es für die Zubereitung eures selbst gemachten Babybreis mit.

Kein Getreide im vegetarischen Mittagsbrei

Es ist ein weit verbreiteter Irrtum, dass der vegetarische Gemüsebrei nur aus Gemüse und Kartoffeln besteht: Dem vegetarichen Mittagbsrei solltet ihr etwa 10 g (=1 EL) Getreideflocken zugeben. Dieses liefern das nötige Eiweiß und Eisen, das ansonsten auch im Fleisch enthalten ist.

Keine Zugabe von Fruchtsaft bzw. Obstmus als Nachspeise

Dem Mittagsbrei solltet ihr 2-3 EL Vitamin C-haltigen Fruchtsaft hinzufügen. Dieser hilft dabei, dass das Eisen aus dem Fleisch bzw. den Getreideflocken besser vom Körper aufgenommen werden kann. Da der Saft im Brei nicht jedem Baby schmeckt, könnt ihr alternativ auch frisches Obst oder Obstmus als Nachspeise anbieten. Weitere Informationen welchen Saft ihr dazu verwenden könnt, findet ihr hier.

Zugabe von zu wenig Fett

Die Empfehlung für die Zugabe von Fett zum Mittagsbrei liegt bei 1 EL  Fett (am besten Rapsöl) und beim Nachmittagsbrei bei 1 TL Fett. Fett ist ein wichtiger Energielieferant – schließlich enthält die Muttermilch auch etwa 4 g Fett pro 100 ml. Pflanzliches Fett ist außerdem ein wichtiger Lieferant von essenziellen (lebenswichtigen) Fettsäuren.

Auch bei der Zubereitung von Abendbrei mit Kuhmilch solltet ihr übrigens auf einen ausreichenden Fettgehalt achten und Vollmilch mit 3,5 % Fett bevorzugen. Zu Beginn der Einführung könnt ihr eine Milch-Wassermischung aus 100 ml Vollmilch und und 100 ml Wasser verwenden, bitte gebt aber auch dann 1 TL Fett zusätzlich hinzu, damit der Fettgehalt wieder ausreichend ist.

Nitrathaltiges Gemüse erwärmen

Nitrathaltiges Gemüse sollte nicht noch einmal erwärmt werden. Zum stark nitrathaltigen Gemüse zählt unter anderem Spinat, Fenchel und auch Rote Beete (siehe Infografik “Welches Gemüse ist ab wann geeignet“). Nitrat kann im Körper durch Mikroorganismen in Nitrit umgewandelt werden, dieses ist zum einen krebserregend und zum anderen kann es bei sehr kleinen Babys Blausucht und Sauerstoffmangel auslösen. Babybrei mit nitrathaltigem Gemüse am besten immer frisch kochen und direkt verzehren (lassen).


Das eBook mit allen Infos zum Thema "Babybrei" und über 60 Rezepten!

Teaser eBook Babybrei Unterseite

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14 Kommentare

  • antworten
    Julia
    19. August 2017 at 22:53

    Ich habe für mein Sohn Fenchel vorgekocht und eingefroren. Darf ich es also theoretisch nicht mehr auftauen ?

    • antworten
      Natalie
      21. August 2017 at 8:00

      Hallo Julia, ja, Fenchel zählt zu den stark nitrathaltigen Gemüsesorten und sollte daher für die Beikost nicht eingefroren und wieder erwärmt werden.
      Viele Grüße
      Natalie

  • antworten
    Otilia
    10. September 2017 at 6:18

    Hallo Natalie, gilt das auch für Fenchel und anderes Gemüse in Bio Qualität?

    • antworten
      Natalie
      10. September 2017 at 19:31

      Hallo Otilia, saisonale Freilandgemüse und auch Biogemüse enthält zwar weniger Nitrat, aber es wird dennoch nicht empfohlen.
      Viele Grüße
      Natalie

  • antworten
    Diana
    19. Oktober 2017 at 7:26

    Hallo! Mein Sohn ist jetzt 6 Monate alt und bekommt seit einigen Wochen Mittagsbrei und Abendbrei. Ich bin mir bei der Verwendung des Öls und des Vitaminsafts unsicher. Ich habe einen Beitrag gesehen, wonach unterschiedliche Beikostöle schlecht bewertet wurden. Jetzt hab ich ein kaltgepresstes Biorapsöl gekauft. Kann ich das nutzen? Ich gebe es mit dem Obstsaft bei der Zubereitung direkt in den Thermomix und friere die Portionen dann ein. Ist das die korrekte Vorgehensweise? Laut einigen Aussagen im Internet ist kaltgepresstes Öl nicht geeignet. Darf es erhitzt werden? Ich bin verunsichert. Vielen Dank!!!

    • antworten
      Natalie
      19. Oktober 2017 at 8:41

      Hallo Diana, ja du kannst kaltgepresstes Öl auch verwenden. Früher wurde das nicht empfohlen, das hat sich in den letzten Jahren aber geändert (für mehr Infos zum Thema Öl). Saft und Öl kannst du theoretisch vor dem einfrieren dazu geben, ich habe das Öl immer beim erwärmen dazugegeben (du erhitzt den Brei ja nicht extrem hoch für sehr lange Zeit, sondern langsam und möglichst kurz) Viele Grüße Natalie

  • antworten
    Ceyl
    26. November 2017 at 23:29

    Hallo Natalie! Wenn ich Äpfel oder Birnen koche, damit ich danach Apfel-Birnenmus für meine Kleine mache, ist da noch etwas von dem gekochten Wasser über. Kann ich das dann statt Saft für den Brei benutzen? Oder ist da dann kein Vitamin C mehr enthalten? Und wenn du von “Obstmus” sprichst, meinst du doch auch gekochtes Obst oder? Oder kann man auch nicht gekochtes Obst in pürierter Form geben? Meine Tochter ist 9 Monate alt.

    • antworten
      Natalie
      27. November 2017 at 8:54

      Hallo Ceyl, das Kochwasser ist nicht vergleichbar mit Saft, ich empfehle richtigen Vitamin C haltigen Saft zu nehmen. Am besten gibst du beim Kochen auch nur möglichst wenig Wasser dazu, so dass du das Kochwasser vollständig zum pürieren nutzen kannst – lieber hinterher noch etwas Wasser dazu geben, falls es zu wenig ist ????

      Genau Obstmus kann gekochtes, püriertes Obst sein, es kann aber auch roh sein: Erdbeeren, Mango, Melone etc. musst du nicht vorher kochen. Ab 6 Monaten ist theoretisch rohes Obst möglich. Es ist jedoch besser bekömmlich, wenn es gekocht ist.

  • antworten
    Jenny
    9. Mai 2018 at 6:27

    Hallo, den Saft und das Öl soll man ja erst nachträglich dazu geben. Aber wenn ich jetzt alles in einen Eiswürfelbehälter gebe und mir anfangs immer nur 1 Würfel entnehme wieviel Saft und Öl muss dann rein? Die im Rezept angegebenen Maße sind ja für den gesamten Brei oder? Vielen Dank im Voraus!

    • antworten
      Natalie
      9. Mai 2018 at 8:30

      Hallo Jenny, das Einfrieren in Eiswürfelbehälter empfiehlt sich nur zu Beginn der Beikost, wenn man reinen Gemüsebrei gibt, dann brauchst du eigentlich noch keinen Saft und Öl dazugeben. Den Saft “musst” du erst beim vollständigen Mittagsmenü mit Fleisch oder Getreide für die verbesserte Eisenaufnahme hinzugeben. Öl empfehle ich erst zusammen mit den Kartoffeln ab der 2. Woche, dann solltest du tröpfchenweise beginnen und die Menge dann auf 1 EL für die gesamte Portion von ca. 180g Brei steigern. Wenn dein Baby dann z.B. die halbe Portion schaffst, kannst du etwa 1 TL dazu geben, bei einer viertel Portion 1/2 TL Öl usw. Es kommt hier nicht auf den Mililiter genau an, etwas zu viel Öl ist nicht “schlimm”. Viele Grüße Natalie

  • antworten
    Sarah
    5. November 2018 at 0:50

    Hallo Natalie,

    wie ist das denn mit der Zugabe von Getreide bei der vegetarischen Variante, wenn das Kind dann schon stückig bzw. “normal” isst? Wie, was, in welcher Form, wieviel… kommt an vegetarisches Mittagessen wie als Beispiel Nudeln mit Gemüse?

    Lg Sarah

    • antworten
      Natalie
      5. November 2018 at 8:11

      Hallo Sarah,

      in der vegetarische Ernährung werden Fleisch- und Fisch durch Getreide, Hülsenfrüchte, Nüsse oder Soja ersetzt, diese liefern z.B. Eiweiß und Eisen. Soja würde ich für Kleinkinder persönlich nicht oder nur selten empfehlen. Du kannst aber z.B. eine vegetarische Bolognese mit roten Linsen zu den Nudeln anbieten oder eine Grünkern-Bolognese. Viele Grüße Natalie

  • antworten
    Katja
    7. Januar 2019 at 18:31

    Halli hallo.
    Mein Sohn will keinen Brei ihm ist das festere lieber so BLW aber selber isst er es auch nocht mit den Fingern… Wie soll man da dann tun wegen der Vitamine die normal in den Brei kommen? Witzigerweis will er den abendbrei schon…

    • antworten
      Natalie
      8. Januar 2019 at 8:34

      Hallo Katja, auch Fingerfood enthält viele Nährstoffe. Du kannst z.B. Gemüse leicht dünsten oder Obst anbieten. Auch Kartoffeln oder Vollkornnudeln sind prima Fingerfood. Viele Grüße Natalie

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